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 .: Von Abstrakt zu Figur :.

"Von Abstrakt zu Figur", Inge Beverungen, Malerei 

Laudatio 17. August 2008

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie sehr herzlich und freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

"Von Abstrakt zu Figur" so lautet heute die Ausstellung mit Werken von Inge Beverungen.
Vor 10 Jahren hätte man ihrer Ausstellung den Titel "von Figur zum Abstrakt" geben können.

Die Richtungsumkehr in ihrer Malerei sollte uns nachdenklich machen.
Die frühere Hinwendung zur Abstraktion war die übliche Entwicklung, die man oft bei Malern beobachten konnte. In der Kunstgeschichte setzte dieser Prozess zu Beginn des 20-ten Jahrhunderts ein. Das bekannteste Beispiel dafür ist Picasso. Nach einer brillanten akademischen Ausbildung in Spanien fing er an, neue Wege erst zu suchen und dann zu gehen. Auf seine figurative "Blaue Periode" folgte die "Rosa Periode".
Es war der "Picasso" vor "Picasso".
Schon damals verließ er die traditionelle Darstellung und mit dem nachfolgenden Kubismus löste er sich vollkommen von der Realität.
Viele Künstler folgten dieser neuen Richtung, sie wurde zu einem Trend.
Das Phantastische am Abstrakten waren die unbegrenzten Möglichkeiten dieser neuen Kunstauffassung.
Darin liegt die Überlegenheit gegenüber der Klassik, die immer wieder dasselbe Motiv auf vergleichbare Art produziert.
Ihr früheres Bedürfnis nach "abstrahieren" (aus dem Latein – abziehen) begründete Inge Beverungen mit dem Satz: "Ich strebe keine topographische Wiedergabe an, sondern versuche, in teilweiser formaler und farbiger Übersteigerung der Besonderheit der Landschaft Ausdruck zu verleihen."

Dieser Gedanke drückt ihre Hinwendung zur Abstraktion aus, die sich sehr bald mit Reduzierung und Entfremdung der Formen als rein Abstrakte Malerei zeigte.
Das auf der Einladung abgebildete Bild in Rot, das Sie hier sehen, gehört dazu.

Während diese Entwicklung verständlich erscheint, muss uns die an ihren jetzigen Bildern sichtbare Wandlung überraschen. Inge Beverungen kehrt von Abstrakt zu Figur zurück. Als ich sie fragte, welche Intention, welches Anliegen sie dazu bewegt hat, konnte sie darauf keine konkrete Antwort geben. So versuchte ich eine Parallelität in der Kunstgeschichte zu finden.
Tatsächlich konnte man in den 20-er Jahren des 20-ten Jahrzehnts dieses Phänomen beobachten.
In Frankreich kam es als Reaktion auf den Expressionismus und auf abstrakte Tendenzen zum "Retour à l´ordre" (Zurück zur Ordnung), also zu einer Rückkehr zu traditionellen künstlerischen Werten.

Wieder war Picasso der Erste, der mit seinen Portrait-Zeichnungen zum Figurativ zurückfand. Parallel dazu entwickelte sich in Deutschland die "Neue Sachlichkeit" und in Italien der "Novecento".
Diese Wendung war nur von kurzer Dauer, aber sie ermöglichte es verschiedenen Malern, sich wieder zu befreien, und zwar in umgekehrter Richtung.

Das könnte eine Erklärung für die figurative Malerei von Inge Beverungen sein.

 

Wie ihre neuen Arbeiten deutlich zeigen, war für sie eine Rückkehr zur traditionellen Malerei notwendig.
Will sie sich damit selbst überprüfen?
Vielleicht kam Ihr die Frage: "kann ich überhaupt noch "richtig" malen?
Oder war es der Wunsch, dem Betrachter zu gefallen?
Endlich mal wieder eine Malerei, die kein Rätsel ist?

Mit dem Abstrakten wollte sie mit weniger Mitteln mehr ausdrücken. Jetzt hingegen verwendet sie wieder mehr Ausdrucksmittel, um mehr aussagen zu können.
Ein Widerspruch? Nein!

Alle wollen die Kunst verstehen. Warum versucht niemand, das Singen eines Vogels zu verstehen?

Picasso sagte: "immer, wenn ich etwas zu sagen hatte, habe ich es so gesagt, wie ich glaubte, es sagen zu müssen. Es ist unvermeidlich, dass verschiedene Motive verschiedene Methode des Ausdrucks erfordern."
Und so verhält sich Inge Beverungen in ihrer Malerei. Sie kennt ihr Metier, sie legt sich nicht unbedingt mit einer Richtung fest und entscheidet immer wieder neu, um das auszudrücken, was sie zu sagen hat.

Gestern Abstrakt, heute gegenständlich, morgen? Wieder abstrakt?

 

Ein alter Spruch lautet: Kunst kommt von Können. Das zeigen alle hier gezeigten Arbeiten der Künstlerin, unabhängig von der Stilrichtung.

 

Mit diesen Worten möchte ich die Ausstellung eröffnen, lade Sie ein, die Bilder zu betrachten und wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Vielen Dank!
(Sylvie Schröder)

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