Galerie Art und Weise
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 .: mit unter dahinter :.

Mit unter dahinter

29. März bis 7. Mai 2009 

Rachel Kohn: Skulptur

Nina Neumaier: Reverse Painting on Glas

Rachel Kohn ist Bildhauerin, Nina Neumaier Malerin.
Es ist nicht selten und nicht außergewöhnlich, dass die Kombination Skulpturen/Malerei in einer Ausstellung gezeigt wird, aber Sie werden schnell entdecken, wo die Besonderheit dieser Ausstellung liegt.Besonders ist erstmal, dass es bei den Bildern von Nina Neumaier um Hinterglasmalerei geht. Nicht nur das. Es handelt sich um "Neue Hinterglasmalerei".

Seit dem 14. Jahrhundert wird die Hinterglasmalerei betrieben und verbreitet sich von Italien aus in ganz Mitteleuropa. Die österreichisch—ungarische Monarchie war seinerzeit Hauptproduzent. Ende des 19. Jahrhundert geriet sie in Vergessenheit. Einmal kurz im 20. Jahrhundert durch den Blauen Reiter, durch Wassily Kandinsky und Gabriele Münter hat sie in Oberbayern eine Wertschätzung erfahren, ist dann aber wieder verschwunden. Dann erlebte sie eine Renaissance, weil sie immer wieder in Hobby Malkursen angeboten wurde, um wieder endgültig zu verschwinden.
Es gibt in Oberösterreich ein "Hinterglasmuseum" mit 531 Bilder aus der Zeit von 1770 bis 1930. In Wien und Linz finden sich weitere Sammlungen in den Museen. Aber jetzt zurück zu unserer Künstlerin Nina Neumaier aus Berlin. 

„Die traditionelle Hinterglasmalerei mit hauptsächlich christlichen Motiven bewegt sich in engen Grenzen. Durch die Technik des umgekehrten Bildaufbaus sind Konturen und Abläufe weitestgehend festgelegt. Ein spontaner, künstlerischer Ausdruck wird nicht angestrebt. Die Bilder sind geplant und in ihrer Erscheinungsform starr.

Ganz anders bei Nina Neumaier. Sie arbeitet seit 12 Jahren mit dieser alten, komplizierten Technik und übersetzt sie unorthodox in großformatige, spontan wirkende Bilder.
Der Malvorgang wird zwar ebenfalls von ihr präzise vorausgeplant, die Sujets erscheinen aber bewegt und lebendig. Den technischen Hürden wird die Strenge genommen, die einzigartige Ästhetik der Hinterglasmalerei kommt innovativ zur Geltung. 

Nina Neumaier hat die Hinterglasmalerei als künstlerisches Ausdrucksmittel wiederentdeckt und sozusagen neu übersetzt. Sie versucht sie aus ihrer Starrheit und Verhaftung im Volkstümlichen zu befreien und sie auf neue moderne Art weiterzuentwickeln. Sie arbeitet mit Acryl und Lack auf Plexiglas in viel größeren Formaten und hat völlig andere Bildinhalte, die völlig anders sind als die traditionellen.
Bei den neueren Arbeiten hat Nina Neumaier sich mit dem Thema "Tragfähigkeit" auseinander gesetzt. Es geht um Konstruktionen, die von einer festen Anbindung oder Basis aus  Leichtigkeit ermöglichen. Sie versuchen eine Balance zwischen diesen beiden Polen zu erreichen. Das zeigt sich in der Malweise - teilweise in Partien mit festen pastosen Farbauftrag und im Gegensatz dazu filigranen Linien und feinsten Lasuren. Dadurch erreicht sie den Eindruck von Spontaneität und Lebendigkeit.
Im Gegensatz zu den Bilder der Serie Palmarium sind die neue Arbeite völlig abstrakt. Es hat mit Musik und mit Klänge zu tun. Die Celesta (übersetzt „die Himmlische“) ist ein Tasteninstrument Der Klang einer Celesta ähnelt dem eines Glockenspiels, jedoch mit einem viel weicheren Timbre. Warum Frau Neumaier diesen Namen ausgewählt hat, weiß ich nicht aber wir werden es bestimmt gleich erfahren, in dem wir sie fragen.Auch bei den Skulpturen von Rachel Kohngeht es um Konstruktionen.Konstruktionen in Verbindung zu Menschen.
Die Besonderheit bei Rachel Kohns Skulpturen ist die Verschmelzung der alltäglichen Umwelt mit ihren Figuren. Menschen, die oft nicht sichtbar sind, treten in Verbindung mit vertrauten Elementen wie Tisch, Stuhl, Haus  und Bett.
Seit jeher beschäftigt sie sich mit dem Menschen, seinem Tun, seiner Daseinsform, seinem Leben, und seinem sich Einrichten in der Welt.
Die Arbeiten der Bildhauerin bestehen aus hoch gebranntem Ton, der zum Teil bemalt ist. Der Ton, den sie aus verschiedenen Pulvern zusammenmischt, hat jedes Mal eine etwas andere Farbigkeit, die auch sehr durch das Feuer geprägt ist. Aus einem weichen Material, das sie modelliert, schlägt, kratzt, biegt und schneiden kann, entsteht ein Werk, das klare, endgültige Konturen bekommt. Nur sparsam setzt sie Farbe ein. Nach dem Brand bei 1200 Grad ist die Form unveränderbar.
Die Formung durch die Hand bleibt sehr präsent und verleiht den Objekten Leben und Gefühle.
Die Arbeiten wirken auch im Kleinen monumental und so sind ihre Skulpturen auch sehr groß denkbar.  Nicht nur das, sie arbeitet auch in monumentale Dimension. Leider war es hier in der Galerie nicht möglich die riesige Skulpturen zu zeigen.  Rachel Kohn behandelt Themen wie das Bemühen um Beziehungen, die sich dauernd verändern, die eigenen Wahrnehmungen häuslicher, immer wiederkehrender Situationen oder den Umgang mit dem Status "Familie".
Ihre Tonskulpturen informieren uns über das Verhältnis des Menschens zu seiner Umwelt. Sie stellen kleine Szenen dar, die emotionale Momente und körperliche Erfahrungen - Mutter und Kind, Schwestern oder sogar eine ganze Familie ausdrücken. Man schaut sich die Objekte an und spürt, welche Gefühle sich hinter der Tonmasse sich verstecken.Ob es das Kinderbett mit der "schwarze Wolke", die „verlorene Liebesmüh….“  oder die übrige rätselhafte Teile, sie machen uns nachdenklich.Vielleicht erläutert uns Rachel Kohn heute das Geheimnis ihrer Skulpturen.   "mit unter da hinter", eine besondere Ausstellung, sehr anregend und spannend!   

 

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