Galerie Art und Weise
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 .: Meine Sprache - Deine Sprache :.

Meine Sprache - Deine Sprache

Objekte von Elke Schadwell und Bilder von Gesine Stieger

19. April bis 2.Juni 2007

Laudatio: Dieter Koswig

Am Klavier: Emin Türkarslan 

Ausstellungseröffnung - Laudatio von Dieter Koswig:

" Bei dem Titel könnte man meinen, er berzieht sich auf Kommunikationsprobleme von Personen verschiedener Nationen. Von einem Paar gleicher Herkunft geäußert, würde man eine Beziehungskrise vermuten. Wie aber darf man die Worte als Titel einer Ausstellung verstehen?

Es gehört zu den wunderbaren Möglichkeiten der Kunst, sich ohne Worte auszudrücken. Spontan fallen mir die "Lieder ohne Worte ein" (Mendelsohn). Es ist sogar möglich, eine eigene Sprache ohne Wortze zu entwickeln. Schon scheint sich alles zu klären. Es liegt also am Betrachter, sich für eine ihm fremde Sprache zu öffnen, sie verstehen zu wollen.

Zwei Künstlerinnen benutzen ihre eigene Sprache und obwohl beide des Deutschen mächtig, müssen sie sich wie Fremde einander nähern. Ein erstaunliches Maß an Verständigung wurde erreicht, dennoch spricht jede ihre eigene Sprache, Missverständnisse konnten nicht ausgeschlossen werden, der berüchtigte "Sand im Getriebe" schleicht sich immer ein. All das gehört zur Verständigungsarbeit, denn nichts, absolut gar nichts ist"selbstverständlich"!

Rechnen Sie also nicht bei dieser Kunst - und auch nicht bei anderer - mit einer entspannenden, sorglosen und unterhaltsamen Begegnung. Vielmehr ist Arbeit angesagt, noch an dem Feierabend -"Verständigungsarbeit"!

Kunst, wenn sie uns denn berühren soll, muß etwas mit uns selbst zu tun haben!
Nicht, dass wir erwarten sollten unsere persönliche Welt als Abbild zu erkennen oder in Vertrautheit einzutauchen. Das wäre fatal, langweilig und enttäuschend.
Vielleicht ist es wie bei einem Streifzug auf fremden Dachböden, in der Hoffnung auf exotische Entdeckungen. Wir finden einen spannenden Rahmen und darin einen blinden Spiegel. Und plötzlich sehen wir an einigen Stellen uns selbst. Der größte Teil des Spiegels aber behält sein Geheimnis, bleibt in seiner Wiedergabe verschlossen.

Ich kenne Elke Schadwell's Arbeiten schon seit einigen Jahren. Immer wieder bin ich überrascht von dem ernsthaften Suchen und Ringen nach neuen Wegen und den erzielten Resultaten. Sie könte es einfacher haben, denn der Charme und die Leichtigkeit in vielen ihrer Drahtarbeiten schließt Zustimmung und Beifall nicht aus. Aber sie misstraut oft dem Zuspruch - und manchmal auch sich selbst.
Das erinnert mich an die Haltung Alberto Giacometti´s. Der erklärte bei jeder seiner Ausstellungen den Besuchern, dass alle seine Arbeiten nur Zwischenergebnisse seien, momentane Standpunkte auf einem beschwerlichen Weg mit unbekanntem Ziel. Solch eine Haltung offenbart keinesfalls Unsicherheit, vielmehr überzeugendes Anliegen und Ehrlichkeit.

Gesine Stieger habe ich erstmals vor einem Jahr gesehen. Genau gesagt, ich habe ihre Bilder gesehen, die mich in ihrer Ausstrahlung und unkonventionellen Präsentation sofort überzeugten. Gesine Stieger selbst hielt sich zurück. Im Februar habe ich sie persönlich kennen gelernt und beim Betrachten ihrer Bilder festgestellt, dass die Qualität ihrer Werke konstant hoch ist und ihre Bescheidenheit von Dauer. Eine nicht alltägliche aber sehr angenehme Koppelung. Beim Betrachten ihrer Bilder meldete sich in meinem Inneren die Begierde des Erwerbens und Besitzens. Ich hoffe sie empfinden ähnlich.

Mein erster Eindruck in Elkes Atelier hatte mich etwas verwirrt. Ich suchte nach den Arbeiten der 2. Künstlerin. Ich brauchte etwas Zeit um zu verstehn und zu meiner Sprache zu finden, denn hier hatte bereits eine große Verständigung zwischen Fläche und Raum stattgefunden. Und dann fand ich die Stellen, in denen ich mich sah.Es tauchten Bilder aus meiner Kindheit auf. Der Spruch an Großmutters Wand: "Ich wollt ich wär ein Elefant, was würd ich jubeln laut! Mir ging´s nicht um das Elfenbein, nein...um die dicke Haut!"

Elke Schadwell's Werke sind dünnhäutig, von großer Sensibilität. Sie geben ihr Innerstes Preis und zeigen sich dem Betrachter ehrlich und schutzlos. Sie verschweigen nichts, verstecken nichts. Und doch umgibt sie jene Aura, die den Betrachter immer wieder magnetisch zum ihnen hinzieht.

Gesine Stieger´s Bilder erzählen sehr persönlich. Von Kinheit, Erfahrungen, Erinnerungen. Es ist eine Sprache voll von Geheimnissen. Sie drängt sich nicht auf, aber sie öffnet sich dem Suchenden.
Die Fotos im Album meiner Kindheit sind schwarz-weiß, aber meine Kindheit war nicht farblos. So erscheinen die Bilder von Gesine Stieger nicht farblos, obwohl in schwarz - weiß gemalt.

Wie die Erinnerung an ein schönes Erlebnis, so stehen die Figuren von Elke Schadwell im Raum. Präsent und doch mitunter vom Geheimnis des nicht greifbaren umhüllt.

Mit den Worten Ludwig Wittgensteins möchte ich die Ausstellung eröffnen:
"Wenn man aber sagt:" Wie sill ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen", so sage ich: " Wie soll er wissen, was er meint, er aht ja auch nur seine Zeichen"

Presse:

" Eine Welt aus Gedanken und Emotionen"
Deine Sprache -Meine Sprache, in der Galerie Art und Weise

"In der Galerie Art und Weise ist am Donnerstag abend die Ausstellung "Deine Sprache- meine Sprache" mit Bildern von Gesine Stieger aus Hennstedt und Objekten von Elke Schadwell (Berlin und Hägen) eröffnet worden.

Die beiden Künstlerinnen haben gemeinsam das Konzept der Ausstellung erarbeitet und es unter das Motto "Deine Sprache- meine Sprache" gestellt. Denn es ist eher selten, dass ausgeprägte Individuen einander Gehör und Wahrnehmung gewähren.
Stieger und Schadwell haben es dagegen zu einer Art der Verständigung gebracht, die es für die Besucher lohnt, ihr nachzuspüren. Denn es werden nicht Worte gewechselt. Man muß sich einlassen auf die Ausdrucksformen der Frauen, die gleichermaßen im Kosmos der bildenden Künste angesiedelt sind - aber von ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. In der Skulptur der "Fortschreitenden" offenbart sich vielleicht am direktesten Elke Schadwells Quelle der Inspiration für ihr Schaffen: Bewegung. Veränderung. Bloß nicht alles glatt machen. Bloß nicht sich einreihen lassen in eine Gesellschaft, für die der schöne Schein alles ist.
An diesem Punkt treffen sich die beiden Künstlerinnen: In einer für andere unsichtbaren Welt von Gedanken und Emotionen. Die eine mit ihren Installationen raumgreifend. Die andere kontemplativ, konzentriert, in den kleinen Formaten ihrer Bilder. Sie benennt die andere Welt jenseits allen Scheins mit nur einer Zeile aus einem Gedicht von Rosa Ausländer, das für alle von ihr in der Ausstellung gezeigten Arbeiten gilt: " Was der Traum deutet, ist wahr"."
Von Minne Rössler

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