Galerie Art und Weise
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 .: Mann und Mond :.

Ausstellung Holger Koch 

Laudatio von Minne Rössler: 

 

Holger Koch lebt und arbeitet in Freiberg im Erzgebirge.Als ich seine Bilder zum ersten Mal sah, fielen mir sofort die Holzs-pielzeuge ein, mit denen sich die Menschen dort ihren Lebensunterhalt verdient haben, nachdem die Erzlager ausgebeutet waren. Sicher zu den bekanntesten Figuren aus diesem Spielzeugland gehört der Nussknacker. Ich erwähne ihn nicht deshalb, weil ich ihn in Holger Kochs Arbeiten besonders oft angetroffen hätte. Vielmehr habe ich an die Oper vom „Nussknacker“ gedacht, die nach einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann entstand. Wie Hoffmann ist auch Koch ein Erzähler – nur ist sein Medium das Bild. Und eine weitere Ähnlichkeit verbindet die beiden Künstler: Sie haben beide ein Faible für das Wunderbare, das Märchenhafte. Für eine Welt, in der alles möglich ist. Wird in Hoffmanns Nussknacker das Kinderzimmerinventar zur Geisterstunde quicklebendig, beginnt in dem Bild „Märchenstunde“ von Koch ein roter Ohrensessel zu sprechen an. An ihn gekuschelt lauscht ein rosaroter Halbmond seiner Geschichte. Ihn hat zuvor ein seltsamer Harlekin-Vogel vom Nachthimmel gepickt.Ein „Mondraub“, so heißt das Bild, ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Andererseits gibt es keinen poetischeren Liebesbeweis, als dem Geliebten oder der Geliebten die Gestirne vom Himmel zu holen. Und genau diesen Beweis tritt das Vogelwesen an, wenn es den Mond in die fantastische Welt des Malers und Grafikers Holger Koch holt. Der macht ihn zu seinem ständigen Begleiter. Sie werden ihn in vielen seinerArbeiten sofort erkennen. Selbst dort, wo er unsichtbar ist, wie in den nächtlichen Stadtlandschaften, ist seine Nähe spürbar.In der Bildersprache des malenden Poeten signalisiert er dem Betrachter: Du befindest dich hier auf dem Terrain der Dichtung.Lass die Wirklichkeit Wirklichkeit sein. „Ich zeig dir was“, betitelt Koch ein Bild, das unmissverständlich in einem großräumigen Gestus diese Aufforderung deutlich macht. Mit einer Haltung kindlicher Neugier, dem Wunsch, sich überraschen zu lassen, hat man eigentlich schon die Eintrittskarte in die magische Welt des Künstlers zur Hand. Dann beginnen die skurrilen Wesen lebendig zu werden, zu offenbaren, dass ihnen nichts Menschliches fremd ist. Dieses Menschliche führen sie mit einer feinen Spottlust vor.  Man meint sie kichern zu hören, die Vogelschar auf dem Markt einer kleinen Stadt, die sich hier zum „Poetenseminar“ versammelt hat. Oder die beiden Piepmätze auf dem Wannenrand, die mit den zwei dicken pelzigen Figuren im Bad das „Philosophenquartett“bilden (Radierungen in der Mappe). Koch hebt auf, was ihm das Leben so zuspielt. Übersetzt in die kraftvolle Symbolik seiner Bildsprache spießt ein großer dunkler Vogel ein Zettelchen vom Boden auf. „Aufgelesen“ nennt er dann die Arbeit. Mit den Titeln hat der Betrachter immer auch einen Türöffner an der Hand.  Mehr aber auch nicht.Die eingehende Erkundung des geheimnisvollen Kosmos wirdihm damit nicht abgenommen. Eben das macht die Auseinandersetzung mit dem Werk Kochs so reizvoll. Da muss man es sich gefallen lassen, von den  skurrilen Gesellen auf einem lebenden Baumstamm geradezu angestarrt zu werden.
Die „Aufgesessen“ sind in des  Wortes
doppelter Bedeutung. Konkret: Um das blaue Meer in Richtung Sahara zu überqueren? Oder spiegelt hier die Fantasie Trugbilder vor?Meist versetzen einen die Bilder in heitere Stimmung, allerdingsmischt oft auch ein Hauch Melancholie mit ein.
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